
»Den Raum der Seelen öffnen Der Intonateur Patrick Akroud arbeitet derzeit am Instrument der Kirche St. Theresia – Orgelweihe Ende des Monats.«
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„Der Klang der Orgel soll ein Spiegelbild der Kirche sein.“ Bevor sich Patrick Akroud an die Arbeit machte, die Pfeifen der neuen Orgel der Pfarrkirche St. Theresia zu stimmen, hat sich der Intonateur intensiv mit dem farbigen Kirchenraum und dessen Akustik befasst. In der Orgel seien alte und neue Register eingebaut, verweist er auf Teile des Pfeifenwerks der ehemaligen Orgel der Christ König Kirche auf dem Lämmchesberg. Den alten Register eine neue Klangfarbe geben und sie zusammen mit den neuen auf den Kirchenraum abstimmen, das braucht seine Zeit.
Seit dem die Orgelbaufirma Hugo Mayer aus dem saarländischen Heusweiler die Orgel auf der Empore errichtet hat, ist der hintere Teil der Kirche nicht mehr wiederzuerkennen. Das tiefe Schwarz der Wände wird durch die Form des Instruments aufgebrochen, das Kircheninnere durch die Architektur der Orgel aufgewertet.
„Dem symbolischen Dunkel fehlte ein Zeichen des Triumphes und des Sieges über die Finsternis“, bringt es Diözesanbaumeister Heinrich Hartmann auf den Punkt. Gemeinsam ist es Hartmann, Orgelbauer Mayer, dem Künstler Professor Heinz Mack, der mit der farbigen Ausgestaltung der Kirche seine Visitenkarte hinterlassen hat, gelungen, die Form des Orgelgehäuses und die Gestaltung des Orgelprospekts der Symbolik und der Farbigkeit des Sakralraums anzupassen.
Entsprechend angetan sind Pfarrer Friedrich Schmit und Organist Oliver Schreyer von dem Meisterwerk. „Unsere wunderschöne Kirche, in der den Menschen Licht und Farbe, Form und Symbol transzendieren, wird um die Fülle der Klangfarben bereichert und erhält auf der Empore ihre Krone im Gegenüber zum göttlichen Mandala in der Apsis“, stellt Schmit den Bezug zwischen der künstlerischen Gestaltung der Orgel und dem Altarbild her.
Liebe zum Detail und Parallelen zur stilgemäßen Ausgestaltung des Raums finden sich neben der Kronenform auf dem schmucken und kunstvoll gestalteten Prospekt der Orgel wider. Das Gehäuse aus Eschenholz erhielt einen leichten Goldschimmer. Die Prospektpfeifen, hinter denen sich ein mechanisches, filigranes Spielwerk verbirgt, wirken mit ihren strukturierten Oberflächen als Lichtsammler. Verstärkt wird die Wirkung durch spiralförmig umwickelte mit matten Goldtönen behandelte Pfeifen.
Über dem zweimanualigen Spieltisch verleiht ein aus einem Messingblech gefertigtes Antependium der Königin der Instrumente besonderen Glanz. Nach den Worten des Malers Heinz Mack wird der Klang der Orgel „noch mehr den Raum der Seele öffnen“.
„Jeder Ton wird in Schärfe, Präzision, Lautstärke und Farbe dem Kirchenraum angepasst“, erläutert Patrick Akroud seine Arbeit am Spieltisch. Jeder Ton der über 1300 Pfeifen aus Holz, Blei und Zinn muss mehrfach gestimmt werden. „Eine intonierte Orgel ist ein Denkmal für eine ganze Generation.“ Eine Besonderheit: Die Orgel besitzt eine in die Orgelbank integrierte Setzeranlage, ein Computersystem, das es dem Organisten erlaubt, Registerkombinationen zusammenzustellen und abzurufen.
Sechs Wochen brauchte der gelernte Orgelbauer zur Vorintonation in der Orgelbauwerkstatt. Seit zwei Wochen lässt Patrick Akroud nach und nach die Register der Orgel erklingen, um sie dem Kirchenraum anzupassen. Dazu benötigt er ein ausgezeichnetes Gehör. Bei seiner Arbeit ist ihm Andreas Ganz, der das seltene Handwerk eines Orgelbauers lernt, im Innern des zweistöckigen Instruments eine wertvolle Hilfe.
„Der Raum eignet sich sehr gut für Orgelklänge“, ist er von der Akustik begeistert. Bis Ende August muss der Intonateur seine Arbeit abgeschlossen haben. Bis dahin müssen alle Pfeifen eingebaut und stimmig sein.
Joachim Schwitalla